
Trailrunning in den Bergen wird immer beliebter. Manche Fernwanderwege (GR) wie die Tour du Mont-Blanc sind hervorragend markiert, andere Strecken können je nach Wetter, Jahreszeit und Erfahrung deutlich riskanter sein. Jeder regelmäßige Trailrunner hat schon mindestens einen Sturz erlebt oder ist irgendwann in eine knifflige Situation geraten. Zum Glück gibt es wichtige Tipps, mit denen du die Risiken beim Bergtrail deutlich senken kannst.
Inhaltsverzeichnis
Route gut kennen und die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen
Bevor du auf einen Trail gehst, ist es entscheidend, die Route wirklich zu kennen. Das heißt, du checkst den Verlauf auf einer detaillierten Karte und nutzt GPS-Apps, um Schwierigkeiten vorab einzuschätzen (Höhenmeter, technische Passagen, wechselnder Untergrund usw.) und dich während deines Trailruns sicher zu orientieren. Du kannst die GPX-Datei auf dein Smartphone und oder deine GPS-Uhr laden.
Wenn du eine lange Einheit über mehrere Stunden planst, aber nicht sicher bist, ob du sie komplett durchziehst, plane Alternativen ein, mit denen du die Runde abkürzen kannst. Und Achtung, dafür musst du die Route wirklich gut prüfen, denn der kürzeste Weg ist manchmal auch der technischste oder gefährlichste.
Immer den Wetterbericht checken
Das Bergwetter kann schnell umschlagen, Sonne am Morgen und Gewitter ein paar Stunden später. Schau dir vor dem Start die Wetterprognose an und passe dein Training im Gelände entsprechend an.
Auch wenn es zunächst gut aussieht, nimm immer eine winddichte und wasserdichte Jacke mit, plus eine wärmende Schicht für Temperaturstürze in der Höhe. Pack auch eine Rettungsdecke ein, sie wiegt fast nichts und kann lebensrettend sein, wenn du lange in den Bergen warten musst.
Sei bereit umzudrehen, wenn sich die Bedingungen verschlechtern, Sicherheit geht beim Ausdauertraining in den Bergen immer vor dem Trainingsziel.
Nimm die richtige Trailrunning-Ausrüstung mit
Laufen in den Bergen braucht spezifische Ausrüstung, um mit wechselnden Bedingungen klarzukommen:
- Trailrunning-Schuhe mit gutem Grip für steinige und unebene Trails.
- Regenjacke : als Schutz vor Wind und Wetter.
- Trailrucksack oder Laufweste mit ausreichender Trinkreserve und Rettungsdecke.
- Handy voll geladen und optional eine Pfeife, um im Notfall auf dich aufmerksam zu machen.
Diese Ausrüstung ist bei offiziellen Trailrennen oft Pflicht, aus gutem Grund. Und check vor jedem Lauf, ob alles intakt und einsatzbereit ist.
Ernährung: Unterschätze deinen Bedarf nicht
In den Bergen ist die Belastung höher, vor allem durch die Höhenmeter. Deshalb ist eine gute Strategie für Hydration und Verpflegung essenziell. Nimm Energieriegel, Gels oder Trockenfrüchte mit, um Leistungseinbrüche zu vermeiden. Plane lieber etwas zu viel als zu wenig ein.
Je nach Dauer deiner Einheit solltest du genug Wasser dabeihaben, besonders wenn du in einer Region läufst, in der Quellen nicht erreichbar sind. Elektrolyte können ebenfalls helfen, den Schweißverlust auszugleichen und deine Ausdauerleistung zu stabilisieren.
Jahreszeitenwechsel: Vorsicht vor Schnee und Altschneefeldern
Die Berge verändern sich mit den Jahreszeiten, und das kann Trails extrem rutschig oder gefährlich machen. Altschneefelder (hartnäckige Schneereste) können spiegelglatt sein, auch wenn sie auf den ersten Blick harmlos wirken.
Sei besonders vorsichtig in der Übergangszeit, wenn der erste Schnee fällt oder wenn die Schneeschmelze beginnt. Leichte Grödel oder Microspikes sind für verschneite Passagen oft eine sinnvolle Absicherung, außerdem solltest du dich vorab über den Zustand der Strecke informieren. Stöcke können auf heiklen Abschnitten ebenfalls helfen.
Bleib aufmerksam
Trailrunning in den Bergen ist ein unvergessliches Erlebnis, aber die Risiken dieser natürlichen Umgebung solltest du nie unterschätzen. Wenn du diese Tipps beherzigst, minimierst du die Gefahr, auch wenn ein Restrisiko immer bleibt. Wenn du Zweifel hast oder Müdigkeit deine Fähigkeiten beeinträchtigt, wähle immer die sicherste Option.
Und wenn die Bedingungen nicht passen, ersetze das geplante Training ruhig durch eine flache Einheit auf einer sicheren Strecke. Die Berge laufen dir nicht weg, du kommst bei besserer Gelegenheit wieder zurück.