
Indem sie zwei der berühmtesten Ultra-Trail-Rennen der USA (Western States 100 und Hardrock 100) im Abstand von nur drei Wochen gewinnt, zeigt Courtney Dauwalter erneut, dass sie zu den besten Ultra-Trail-Läuferinnen der Geschichte gehört. Schauen wir auf den Weg dieser Ausnahmesportlerin, die in der Szene ganz oben mitmischt. Ihre ungewöhnliche Karriere beweist, dass Widerstandskraft und mentale Stärke die zwei wichtigsten Fähigkeiten sind, wenn du Ultras auf absolutem Topniveau laufen willst.
Inhaltsverzeichnis
Der Weg von Courtney Dauwalter
Courtney Dauwalter ist in Minnesota in den USA aufgewachsen. In ihrer Kindheit hat sie viele Sportarten gemacht, unter anderem Langlauf auf gutem Niveau. An der Uni hörte sie damit auf und konzentrierte sich lieber auf ihr Studium. Später arbeitete sie als Biologielehrerin. Erst 2011, mit 26 Jahren, wollte sie wieder Sport treiben, um fit zu bleiben und ein paar Kilos zu verlieren.
In dieser Phase begann sie zunächst mit dem Laufen auf der Straße. Doch sehr schnell faszinierte sie die geheimnisvolle Welt der langen Distanzen. Sie meldete sich für einen 50-Kilometer-Lauf in der Nähe von San Antonio an. Dort merkte Courtney Dauwalter, wie viel Spaß ihr solche langen Strecken machen. Also blieb sie beim Laufen, wechselte Schritt für Schritt auf Trails und in den Ultra-Trail, mit immer längeren Distanzen.
Sie war bei den meisten Rennen, an denen sie teilnahm, stets weit vorne, blieb aber bis 2016 eher unbekannt. In diesem Jahr lief sie den Run Rabbit Run, einen in den USA sehr berühmten und anspruchsvollen 100-Meilen-Ultratrail. Sie gewann mit einer dominanten Leistung und hatte über 75 Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Frau…
Ab da änderte sich für Courtney Dauwalter alles. Innerhalb eines Jahres schlug sie nach und nach den Weg zur Professionalisierung ein, kündigte ihren Lehrerjob und wurde Vollzeit-Ultra-Trail-Läuferin im Salomon Team!

Eine Ultra-Trail-Läuferin mit echter Leidenschaft!
Courtney Dauwalter liefert Jahr für Jahr noch größere Ausdauer-Performances ab. Sie hält zahlreiche Frauenrekorde auf internationalen Ultra-Distanzen und gehört zu den ersten, die regelmäßig mit männlichen Topathleten konkurrieren. Zum Beispiel gewann sie Rennen im Gesamtklassement und führte von Anfang bis Ende, wie beim Ultra Trail Madeira 2019 oder beim Moab 240 Run 2017, einem Trail über mehr als 380 km durch die Wüste Utahs, den sie über 10 Stunden vor dem Zweiten beendete.
Courtney Dauwalter hat damit bewiesen, dass es möglich ist, und ist eine echte Inspiration für Läuferinnen auf der ganzen Welt. Bei ihrer ersten Teilnahme an der Diagonale des Fous auf La Réunion wurde sie 2022 zum Beispiel 4. im Gesamtklassement. Und auch beim UTMB® sorgte sie 2021 für Aufsehen, als sie als 7. overall ins Ziel kam.
Sie läuft extrem viel und startet jedes Jahr bei zahlreichen Wettkämpfen. Und ja, falls du dich fragst, sie performt bei fast allen davon. Umso beeindruckender, wenn man weiß, dass selbst ein gut vorbereiteter Amateur oft etwa einen Monat braucht, um sich von so einer Ultra-Belastung und dem notwendigen Regenerationsprozess zu erholen.
Aus demselben Holz wie Kilian Jornet ist Courtney Dauwalter im Ultra-Trail fast schon „außerirdisch“, je länger es wird, desto mehr liebt sie die Herausforderung. Das klingt verrückt, wenn man weiß, wie viel Schmerz und Leid man bei solchen Extremdistanzen aushalten muss. Sie erzählt, dass sie sich in ihre mentale „Schmerzhöhle“ zurückzieht, wenn es wirklich hart wird, weiterzulaufen. Sie liebt es, sich selbst zu fordern, und gewinnt vor allem mit dem Kopf, nicht nur mit den Muskeln, auch wenn starke Beine natürlich helfen.
Übrigens ist sie neben Kilian Jornet die einzige Athletin, die bei den vier berühmtesten Ultra-Trail-Rennen der Welt gewonnen hat (UTMB, Diagonale des Fous, Western States 100 und Hardrock 100). Dazu hält sie den Frauenrekord bei drei davon. Vielleicht fällt bald auch der Rekord beim vierten?

Ihr besonderes Training
Als Athletin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten trainiert sie allein und verlässt sich stark auf ihr Körpergefühl. Sie kann sehr gut in sich hineinhören und passt ihr Ausdauertraining lieber von Tag zu Tag an. Ihr sportlicher Hintergrund und ihre Erfahrung machen das möglich. Sie ist eine der wenigen, wenn nicht die einzige Profi-Ultratrail-Läuferin, die ihr Training nicht strikt nach Wissenschaft, Daten und Coaches ausrichtet. Natürlich hat sie sich über Jahre sehr viel Wissen angeeignet, bevor dieses Training nach Gefühl wirklich effizient wurde.
Vor allem steht Courtney Dauwalter auch für eine unkomplizierte, nahbare Athletin, die ihren Sport liebt und im Basketball-Shorts läuft. Sie sagt selbst, Ultra-Trail sei für sie nicht nur Leistung und Pace, sondern vor allem Freude am Laufen. Und das, ohne sich alles zu verbieten oder jede einzelne Kalorie zu zählen.
Wenn du auch (versuchen willst), ein bisschen wie Courtney zu werden, empfehlen wir dir zuerst, mit einem strukturierten Trainingsprogramm zu starten, bevor du komplett nach Gefühl trainierst. Mit der App RunMotion Coach kannst du einen personalisierten Trainingsplan vom Trail bis zum Ultra-Trail bekommen. Er passt sich deiner verfügbaren Zeit, deinem Leistungsniveau, deinem Belastungsempfinden, deinen Zielen und deinem Trainingsgelände an. Im Grunde so ähnlich wie Courtney Dauwalter es mit ihrem eigenen Training macht!